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22.01.2016 15:19 Alter: 3 yrs

Nachtdialyse erleichtert Nierenkranken das Leben

Nicht nur die Lebensqualität, auch die Lebenserwartung steigt bei Nierenkranken, wenn sie die Dialysebehandlung nachts durchführen.


Sie wird als Segen und Fluch zugleich empfunden: die Dialysebehandlung, der sich viele Nierenkranke – in Deutschland rund 70.000 – regelmäßig unterziehen müssen. Vor allem ist sie natürlich ein Segen, denn sie rettet Leben. Doch die Beeinträchtigungen für die Patienten sind beträchtlich, da die Dialyse mehrmals pro Woche stattfinden muss. Die nötige Zeit zu erübrigen stellt nicht wenige Patienten vor eine Herausforderung.

Einen Ausweg bietet die Nachtdialyse. Sie ist zwar kostenintensiver, verschafft den Patienten aber deutlich mehr Lebensqualität. Und nicht nur das: Wie das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.  V. in einer Kohortenstudie herausgefunden hat, erhöht die Nachtdialyse auch die Lebenserwartung. Die Forschungsarbeit kann aufgrund der großen Teilnehmerzahl als verlässliche Erkenntnisquelle gelten: 1.150 Nachtdialyse-Patienten stand eine 5.750 Nierenkranke mit vergleichbarem Risikoprofil umfassende Kontrollgruppe gegenüber. Methodisch wurden sogenannte Propensity Scores zugrunde gelegt, kombiniert mit klassischen Überlebensanalysen.

Im Verlauf von vier Jahren zeigte sich bei den Nachtdialyse-Patienten eine um 17 Prozent geringere Sterblichkeit als in der Kontrollgruppe. Zurückgeführt wird dies darauf, dass die Nachtdialyse schonender und länger (24 statt 12 Stunden/Woche) erfolgt als beim herkömmlichen Verfahren. Auch in den Blutdruck- und Stoffwechselwerten zeigte sich eine Verbesserung. Diese wurde auch subjektiv von den Patienten registriert.

Das federführende Kuratorium nimmt die positiven Studienergebnisse zum Anlass, die Nachtdialyse weiter zu erforschen und ihre breite Umsetzbarkeit in der medizinischen Praxis auszuloten. „Für die vielen Dialysepatienten in Deutschland und weltweit liegen darin große Chancen auf ein unbeschwerteres Leben“, erklärt der Urologe Alexander Moschkowitsch aus Berlin-Schöneberg.